Hubschrauber Flugpause nach einem Crash

Einen RC-Heli selbst aufbauen – unmöglich für Anfänger?

Irgendwann kam der Wunsch auf, einen RC-Helikopter einmal komplett selbst aufzubauen. Nicht nur reparieren, nicht nur einstellen, sondern wirklich von Grund auf verstehen, wie so ein großer Heli entsteht.

Der Zeitpunkt war günstig. Es war kalt, draußen lag hoher Schnee, und die Bedingungen zum Fliegen waren alles andere als ideal. Also nutzte ich die Zeit, machte mich im Internet schlau, las Testberichte, verglich Preise und schaute mir die verschiedenen Bausätze genauer an.

Gerade in dieser Zeit kam der erneut überarbeitete Align T-Rex 700E auf den Markt. Zwei Wochen lang verglich ich Sets, Ausstattungen, Erfahrungsberichte und Preise. Am Ende war die Entscheidung gefallen:

Es sollte die T-Rex 700E 3G Super Combo werden – ein großer Elektro-Helikopter, der für mich damals eine ganz neue Größenordnung bedeutete.

T-Rex 700E – Bausatz KX018E01

Die Super Combo war für damalige Verhältnisse sehr umfangreich ausgestattet.

1× T-Rex 700E Kit
1× Aluminium-Heckrohr
CFK-Heckrohr
CFK-Hauptrotorblätter 690D
Brushless-Motor 700MX, 510 KV
1× 3G Flybarless-System
3× Taumelscheibenservo DS610
1× Heckrotorservo DS650
CFK-Heckrotorblätter 105 mm
1× Castle ICE HV 120 Brushless ESC
1× externes 6A-BEC mit 5,1V Step-Down Voltage Regulator

Ein großer Schritt

Ein 700er RC-Helikopter ist kein kleines Bastelprojekt mehr. Die Mechanik ist größer, die Rotorblätter sind länger, die Antriebsleistung ist deutlich höher, und auch der Respekt wächst automatisch mit.

Gleichzeitig reizte mich genau das: Ein großer Heli wirkt ruhiger, kraftvoller und erwachsener. Nach den Erfahrungen mit dem 450er und 600er wollte ich wissen, ob ich so ein Modell selbst aufbauen und sauber einstellen kann.

Damals war das für mich eine Mischung aus Neugier, Winterprojekt und Big-Boy-Dream.

Endlich war der Heli-Bausatz da

Am 15.12.2010 war er dann da: mein T-Rex 700E. Kaum war das Postauto wieder weg, wurde die Versandverpackung geöffnet. Der Karton stand vor mir, die Teile lagen bereit, und natürlich wollte ich sofort loslegen.

Hier kam mir meine Erfahrung mit dem 450er und dem 600er sehr entgegen. Ich kannte inzwischen viele grundsätzliche Baugruppen eines RC-Helikopters: Chassis, Rotorkopf, Heck, Servos, Regler, Motor, Empfänger und Flybarless-System.

Nach dem Studieren der Aufbauanleitung ging es in die Vollen. Am ersten Tag montierte ich die komplette Mechanik.

Nacharbeit am CFK-Hauptrahmen des Align T-Rex 700E

Kleine Nacharbeit

Am linken CFK-Hauptrahmen war eine Aussparung nicht ganz sauber gearbeitet. Mit Sandpapier und etwas Geduld war das Problem behoben.

Etwas Nacharbeit war nötig

Ein kleines Problem gab es am linken CFK-Hauptrahmen. Ein Schlitz zur Aufnahme der Trägerplatte für den Regler war nicht ganz sauber ausgeschnitten. Das war ärgerlich, aber kein Drama.

Mit etwas Sandpapier und rund zehn Minuten Geduld war das Manko behoben. Solche Kleinigkeiten gehören beim Aufbau eines Bausatzes manchmal dazu. Wichtig ist, nicht mit Gewalt zu montieren, sondern sauber nachzuarbeiten.

Der Nachmittag des 16.12.2010 war dann der Elektrik, Elektronik und den Einstellarbeiten gewidmet. Am Abend war mein 700E Flybarless-Helikopter grundsätzlich flugbereit aufgebaut und eingestellt.

Delle in der Canopy-Haube des Align T-Rex 700E

Delle in der Haube

Die Canopy hatte eine Delle, und die Befestigung passte nicht auf beiden Seiten gleich gut.

Die Heli-Haube mit Delle

Beim ersten Anbau der Haube zeigte sich das zweite Problem. Die Canopy hatte auf der linken Seite eine Delle, und auch der Abstand der Befestigungslöcher war auf beiden Seiten nicht gleich.

Die Seite mit der Delle ließ sich nur mit viel Zug befestigen. Entsprechend dauerte es nicht lange, bis die Haube nach wenigen Montagen bereits einen Riss bekam.

Der sonst gute qualitative Eindruck des Bausatzes wurde dadurch etwas getrübt. Gerade bei einer Haube, die als Ersatzteil rund 100 Euro kosten kann, erwartet man natürlich einen saubereren Zustand.

Heute weiß ich: Eine solche Delle lässt sich oft mit einem vorsichtig temperierten Fön beheben. Die Stelle leicht erwärmen, bis das Material elastisch wird, die Delle herausdrücken, abkühlen lassen – fertig. Damals wusste ich das noch nicht.

Power pur: der erste Eindruck vom 700er

Ausgestattet mit Castle ICE HV 120 Brushless ESC, kraftvollem Align 700MX Außenläufer und Futaba R6108SB FASST-Empfänger stand dem Flugvergnügen nun eigentlich nicht mehr viel im Weg.

Noch kurz vor Weihnachten flog ich trotz Schnee und Kälte die ersten Runden mit dem 700er. Der Unterschied zu meinen kleineren Helis war enorm. Der Heli wirkte groß, kraftvoll, satt und respekteinflößend.

Das war kein Vergleich mehr mit einem kleinen Koax-Heli. Der T-Rex 700E hatte Power fast ohne Ende – und eine Geräuschkulisse, die sofort klar machte, dass man hier mit einem ernsthaften Modell unterwegs ist.

Align T-Rex 700E RC-Helikopter

Big-Boy-Dream: hoch hinaus mit dem Heli

Mein T-Rex 700E war beeindruckend. Größe, Leistung, Rotorgeräusch und Auftreten waren eine völlig andere Welt als alles, was ich am Anfang geflogen hatte.

Allerdings hatte ich anfangs deutliche Probleme mit dem Heck. Es wollte einfach nicht aufhören zu pendeln. Erst eine erneute, genaue Einstellung im Normalmodus des Gyros brachte überraschend den Erfolg.

Das war wieder eine wichtige Lektion: Bei großen Helikoptern wirken kleine Einstellfehler deutlich größer. Ein pendelndes Heck ist nicht nur lästig, sondern kann ein Hinweis darauf sein, dass das System noch nicht sauber abgestimmt ist.

Aufbau

Ein großer Heli-Bausatz ist machbar, verlangt aber Ruhe, Verständnis, ordentliches Werkzeug und sorgfältiges Arbeiten.

Einstellung

Mechanik, Heck, Regler, Gyro und Flybarless-System müssen sauber zusammenarbeiten. Nur dann fliegt ein großer RC-Heli vertrauenerweckend.

Respekt

Mehr Größe bedeutet mehr Leistung, mehr Energie und mehr Verantwortung. Ein 700er verlangt einen anderen Umgang als ein kleiner Trainingsheli.

Beschädigter Align T-Rex 600 nach Absturz

Von Selbstvertrauen und Übermut beim Helifliegen

Der 450er blieb nun immer häufiger stehen. Inzwischen begann ich, den 600er in leichtem 3D zu fliegen. Am 8. Januar 2011, einem Samstag, absolvierte ich endlich auch meinen ersten Looping mit dem T-Rex 600.

Überraschenderweise fühlte sich das fast einfacher an als die ersten Loopings mit dem kleinen 450er. Der größere Heli lag satter in der Luft, wirkte ruhiger und ließ sich gut durch die Figur ziehen.

Das machte enorm viel Spaß. Sehr schnell konnte ich schöne Loopings fliegen. Es folgten Rollen und andere Figuren – bis ich etwa drei Wochen später den Bogen überspannte.

Ich wollte einen Looping mit einer anschließenden Rolle abschließen, versteuerte mich und setzte den Heli ins Feld. Der Schaden lag bei etwa 100 Euro. Reparieren, lernen, weiterfliegen.

Und dann lockte der 700er

Irgendetwas trieb mich nun dazu, mehr mit dem 700er zu fliegen. Einige würden vermutlich den Kopf schütteln – und vielleicht zu Recht. Nach nur fünf oder sechs leergeflogenen Akkus schien mir der große Heli bereits vertraut genug, um einen Looping zu wagen.

Der Looping begann, und dann passierte es. Nach einem merkwürdigen Geräusch drehte sich der Heli plötzlich um seine Hochachse. Ich konnte fast nur noch zusehen, wie er abstürzte.

Wer einmal einen großen Heli nach einem harten Einschlag gesehen hat, kann sich vorstellen, wie der 700er danach aussah. Ich war den Tränen nah.

Das Heckrohr – Aluminium mit CFK-Ummantelung – fand ich erst am nächsten Tag, weit entfernt von der Einschlagstelle. Es war etwa 5 cm vor dem Heckgetriebe nahezu glatt abgebrochen und trotzdem noch so gerade, dass man es theoretisch für einen 600er hätte verwenden können.

An Elektrik, Servos und der restlichen Mechanik konnte ich im Nachhinein keinen eindeutigen Fehler finden. Das glatt abgebrochene Heckrohr ließ mich jedoch grübeln – besonders mit Blick auf das vorherige Heckpendeln. Der Heli wurde später repariert und ebenfalls mit einem neuen HC3-SX ausgestattet.

Rettungsfunktion am Heli – Hightech, die immer funktioniert?

Anfang Februar 2011 hatte ich genug von Ratschlägen und Einstellhinweisen zum HC3-SX. Das System funktionierte halbwegs, aber aus meiner damaligen Sicht nicht so, wie ich es mir von einer Rettungsfunktion am RC-Helikopter erwartet hatte.

Wenn ich ehrlich bin, hatte ich die Rettungsfunktion bis dahin praktisch noch nie wirklich benutzt. Nach langem Hin und Her nahm ich das HC3-SX aus dem 700er, speicherte die Einstellungen auf dem PC und baute es in den 600er ein.

Und siehe da: Plötzlich funktionierte alles scheinbar deutlich besser. Also schickte ich das vermutlich defekte System aus dem 600er ein und wartete auf Reparatur oder Austausch.

Die eigentliche Erkenntnis blieb: Elektronische Rettungssysteme sind nur dann hilfreich, wenn sie im konkreten Modell sauber eingebaut, korrekt eingestellt und praktisch überprüft wurden.

Was von diesem Abschnitt geblieben ist

Der Aufbau des T-Rex 700E war für mich ein wichtiger Schritt. Ich lernte, dass ein RC-Helikopter Bausatz auch für einen engagierten Einsteiger machbar sein kann – aber nur, wenn man sorgfältig arbeitet, genug Zeit investiert und bereit ist, sich wirklich mit der Technik zu beschäftigen.

Gleichzeitig lernte ich, dass Größe und Leistung ihren Preis haben. Ein 700er fliegt beeindruckend, aber Fehler werden teurer, gefährlicher und emotional schmerzhafter.

Genau solche Erfahrungen prägen später den Blick auf RC-Helikopter Aufbau, Einstellservice, Probeflug und Sicherheitskontrolle: Ein Heli ist erst dann wirklich fertig, wenn Mechanik, Elektronik, Einstellung und Flugverhalten zusammenpassen.