Modellhelikopter schweben ist die Grundlage für das Helifliegen

Helikopter-Schwebflug: schwerer, als es aussieht

Es folgten einige Wochen, in denen ich mich intensiv der Schwebfliegerei widmete. Der Schwebflug mit dem RC-Helikopter war viel anspruchsvoller, als es von außen aussieht.

Heckansicht, Seitenansicht, kleine Korrekturen, saubere Landungen – alles musste Stück für Stück erarbeitet werden. Nur das Nasenschweben wollte zunächst nicht richtig klappen. Das war aber gar nicht so schlimm, wie ich damals dachte.

Wie sich später herausstellen sollte, ist beim RC-Heli fliegen lernen die Reihenfolge der Übungen entscheidend. Nasenschweben kann man zu einem späteren Zeitpunkt oft deutlich leichter erlernen, wenn die Grundlagen wirklich sitzen.

Neben vielen Übungsflügen kamen auch neue Anschaffungen dazu: ein zweites Ladegerät, weitere Akkus, CFK-Rotorblätter und ein Flugsimulator. Vor allem der Simulator sollte sich als goldrichtige Investition erweisen.

Schwebflug

Der Heli soll ruhig stehen, ohne ständig wegzulaufen. Genau diese scheinbar einfache Übung ist am Anfang eine echte Herausforderung.

Orientierung

Heckansicht, Seitenansicht und später Nasenansicht verlangen jeweils ein anderes Denken am Sender. Die Steuerlogik muss in Fleisch und Blut übergehen.

Geduld

Beim RC-Helikopter zählt nicht der schnelle Sprung zum Kunstflug, sondern saubere Grundlagen. Jeder Akku bringt Erfahrung.

Ein Flugsimulator macht sich immer bezahlt

Der Flugsimulator war rückblickend eine der besten und sinnvollsten Anschaffungen überhaupt. Am Simulator konnte ich Dinge ausprobieren, die mit dem echten Heli sofort teuer oder gefährlich geworden wären.

Ich übte Schweben, Landen, Achterfliegen, Pirouetten, Loopings, Rollen, Autorotationslandungen und vieles mehr. Gefühlt hatte ich am Simulator tausende Abstürze – aber keine einzige Reparatur, kein verbogenes Heckrohr und keine zerstörten Rotorblätter.

Das Prinzip war einfach: Erst wurde ein Manöver am Simulator geübt, dann ging es mit dem echten 450er RC-Helikopter raus auf die Wiese. Diese Vorgehensweise hat mir enorm geholfen. Bis auf kleinere Schäden blieben größere Verluste aus.

Bis Juli 2010 nutzte ich fast jede freie Minute zum Fliegen und Üben. Abends wurden neue Manöver am Simulator trainiert, später draußen mit dem echten Heli umgesetzt. Das klappte erstaunlich gut – und machte riesigen Spaß.

Ein guter Sender ist die Grundlage für Spaß am Fliegen

Mit wachsender Erfahrung stiegen auch meine Ansprüche an die Technik. Die Präzision des alten 2,4-GHz-Einsteigersenders ließ zunehmend zu wünschen übrig. Am Anfang merkt man solche Unterschiede oft kaum, aber mit jeder Flugstunde wird deutlicher, wie wichtig eine gute Fernsteuerung ist.

Irgendwann entschloss ich mich zur Anschaffung eines neuen Senders. Meine Wahl fiel auf eine Futaba T8FG mit passendem R6108SB-Empfänger für etwa 400 Euro. Das war viel Geld, aber rückblickend eine meiner wichtigsten Investitionen in das Hobby.

Ein guter RC-Helikopter Sender ist wie gutes Werkzeug. Er macht aus einem Anfänger nicht automatisch einen guten Piloten, aber er ermöglicht präzises Arbeiten, saubere Einstellungen und ein deutlich besseres Gefühl am Modell.

Vergleich verschiedener RC-Helikopter Fernsteuersender

Sendervergleich

Der Unterschied zwischen einfachem Einsteigersender und hochwertigerer Fernsteueranlage war größer, als ich erwartet hatte.

Warum die Fernsteuerung so viel ausmacht

Mit dem neuen Sender machte das Fliegen deutlich mehr Spaß. Alles ließ sich präziser auf meine Wünsche abstimmen: Flugphasen, Expo, Dual Rate, Pitchkurven, Gasvorwahl und Sicherheitsfunktionen.

Die Steuerknüppel fühlten sich besser an, die Anlage arbeitete präziser, und das Vertrauen in die Technik wuchs. Gerade beim RC-Helikopter fliegen lernen ist dieses Vertrauen enorm wichtig. Wenn der Heli nicht sauber reagiert, fragt man sich ständig, ob der Fehler beim Piloten oder bei der Technik liegt.

Bis heute habe ich diese Anschaffung nicht bereut. Im Nachhinein betrachtet war der Wechsel auf eine bessere Fernsteueranlage einer der Punkte, die mich beim Fliegen wirklich weitergebracht haben.

Helikopter fliegen mit Freunden

Im August lernte ich andere Modellpiloten kennen, die mich bei meinen Flugübungen beobachtet hatten und mich daraufhin ansprachen. Das war ein neuer Abschnitt: Plötzlich war ich nicht mehr allein mit meinem Heli auf der Wiese.

Inzwischen beherrschte ich das Fliegen immer besser. Ich konnte sicherer in größerer Entfernung und Höhe fliegen, das Beschleunigen und Abbremsen klappte immer kontrollierter, und auch Achterfliegen und Pirouetten wurden langsam zum Standardprogramm.

Der reine Schwebflug war nicht mehr genug. Ich hatte meine „Bolz-Phase“ mit dem 450er erreicht: Es konnte plötzlich nicht schnell genug und nicht spektakulär genug sein.

RC-Helikopter im Flug

Der 450er neben den großen 600ern

Ich verabredete mich mit Andreas und Daniel, zwei anderen Heli-Piloten, zu einem abendlichen Ausflug. Andreas flog einen 600er T-Rex Nitro, Daniel einen 600er T-Rex Elektro.

Neben diesen beiden großen Maschinen wirkte mein 450er plötzlich wie ein Zwerg. Das tat dem Spaß aber keinen Abbruch. Im Gegenteil: Zusammen zu fliegen, Erfahrungen auszutauschen und andere Modelle in Aktion zu sehen, machte das Hobby noch interessanter.

Angeregt durch die beiden 600er entschloss ich mich Anfang September 2010 zur Anschaffung eines gebrauchten T-Rex 600. Der nächste Schritt war damit beschlossen.

Die Größe des RC-Helikopters spielt doch eine Rolle

Ich ersteigerte für 750 Euro einen gebrauchten T-Rex 600 mit 3G-Flybarless-System, inklusive gebrauchtem 6S-LiPo und Ladegerät. Damit besaß ich inzwischen schon drei Ladegeräte. Natürlich brauchte ich auch noch einen zusätzlichen Empfänger für die Futaba T8FG.

Der 600er war von seiner Größe her wirklich beeindruckend. Anfangs war der Respekt so groß, dass ich bis auf einige wenige Schwebflüge überwiegend weiter mit meinem 450er flog. Der kleine Heli war vertraut, handlicher und psychologisch einfacher.

Durch die Erfahrungen mit meinem 450er fiel es mir aber inzwischen deutlich leichter, am 600er technische Änderungen vorzunehmen. So baute ich die Taumelscheibenanlenkung auf Push-Pull um, weil mir das stabiler und sicherer erschien.

In den kommenden Wochen hatte ich zum Fliegen fast immer beide Helikopter dabei. Mit dem 600er war die Flugzeit zunächst auf den einzigen vorhandenen 6S-LiPo begrenzt – etwa sieben Minuten. Dieser Akku blähte sich zudem zunehmend auf.

Also mussten neue Akkus her. Drei Turnigy 5.0 6S 20–30C kosteten zusammen rund 220 Euro. Dass kurze Zeit später ein deutlicher Preisverfall bei diesen Akkus einsetzen würde, konnte ich damals natürlich noch nicht wissen.

450er Klasse

Handlich, günstigere Akkus, gut zum Lernen – aber nervöser, kleiner und bei Wind deutlich anspruchsvoller.

600er Klasse

Größer, ruhiger, sichtbarer und beeindruckender – aber auch teurer, schwerer und mit deutlich mehr Respekt zu behandeln.

Lernkurve

Neue Modelle bringen neue Möglichkeiten, aber auch neue Verantwortung. Größe ersetzt keine saubere Vorbereitung.

Mein erster großer Heli: beeindruckend

Im November flog ich immer häufiger mit dem 600er, und es machte riesigen Spaß. Neue Manöver probierte ich weiterhin zuerst am Simulator, dann mit dem 450er und schließlich auch mit dem 600er.

Diesen 600er RC-Helikopter mit 6S-Antrieb fliege ich noch heute. Abgesehen von einigen ganz alten Liebhaberstücken ist er der älteste Heli in meinem Hangar.

T-Rex 600 RC-Helikopter von hinten

Den ersten Looping geflogen: unvergesslich

Niemals werde ich den Tag vergessen, an dem ich mich endlich dazu überwand, meinen ersten Looping mit dem RC-Helikopter zu fliegen. Obwohl ich das vorher hunderte Male am Simulator geübt hatte, schlackerten mir die Knie und die Finger.

Also volle Konzentration: Sicherheitshöhe, Nase runter, Pitch rauf, Geschwindigkeit aufbauen, Schwung ausnutzen, Nick ziehen und den Looping einleiten.

Und dann passierte es: Der Heli flog den Aufwärtsbogen, ging über den Scheitelpunkt und kam wieder sauber heraus. Das war ja leichter, als ich gedacht hatte!

Also gleich noch einen hinterher. Und noch einen. Die Loopings waren sicher nicht perfekt, aber für mich war es ein Meilenstein.

Was von dieser Phase geblieben ist

Diese Zeit war eine der intensivsten Phasen meines Einstiegs. Simulatortraining, erste Kunstflugfiguren, neue Freunde, größere Helikopter und viele kleine technische Erkenntnisse kamen zusammen.

Ich lernte, dass ein guter Sender tatsächlich einen Unterschied macht, dass ein Simulator reales Geld spart, dass größere Helikopter ruhiger wirken, aber mehr Respekt verlangen, und dass Übermut auch bei wachsender Erfahrung schnell teuer werden kann.

Genau solche Erfahrungen sind später in Heli-Planet eingeflossen: RC-Helikopter fliegen lernen bedeutet nicht nur, Figuren zu üben. Es bedeutet, Technik, Sicherheit, Training und Selbstüberschätzung richtig einzuordnen.